Neue Küche im AZB

Das Afrikanische Zentrum hat eine moderne neue Küche

In unserem letzten Newsletter haben wir Sie darüber informiert, dass z. Z. der Bau einer neuen, modernen Küche im afrikanischen Zentrum Borgfelde im Gange ist. Wenn ich Ihnen heute schreibe, bin ich voller Dankbarkeit und Freude, Ihnen mitteilen zu können, dass die Küche fertiggestellt wurde. Dies wäre ohne die engagierte und harte Arbeit der Arbeitsgruppe African Center unter der Leitung von Frau Gerlinde Geffers nicht möglich gewesen. Unser Dank und unsere Anerkennung gilt insbesondere dem Hamburger Spendenparlament, das uns eine Spende von 21.100 € zur Verfügung gestellt hat, um dieses Projekt zu verwirklichen.

Wenn ich zurückblicke und die alte mit der neuen Küche vergleiche, bin ich über die vielfältigen Unterschiede erstaunt. Ich frage mich jetzt, wie es unseren Frauen im Laufe der Jahre gelungen ist, in dieser alten, heruntergekommenen und engen Küche Essen zuzubereiten. Unsere Damen müssen für ihre immensen Opfer gelobt werden, um sicherzustellen, dass wir bei unseren Veranstaltungen wie dem Café Mandela, der Nacht der Kirchen, der Straßen- sowie unseren Sommerfesten auch weiterhin qualitativ hochwertiges afrikanisches Essen bekommen. Der Geschmack Afrikas im Afrikanischen Zentrum, seien es Platanen, Bohnen, gebratenes Huhn oder gebratener Reis, wird immer wieder von unseren Besuchern gelobt.

Ich erinnere mich lebhaft an die Lampedusa-Krise in Hamburg in 2013. Unsere Frauen entschieden sich bereitwillig dafür, fast 300 Männern aus Lampedusa, Italien, die nach Hamburg kamen und das Bleiberecht forderten, warmes afrikanisches Essen anzubieten. Jeden Dienstag und Samstag kamen unsere afrikanischen Brüder in das Afrikanische Zentrum, um ein afrikanisches Gericht zu probieren. Während dieser Zeit mussten die Frauen mit viel Phantasie und Einsatz in unseren Räumlichkeiten improvisieren, da die alte Küche für derartige Mengen an Essen nicht gemacht war. Ein Bravo den Frauen des afrikanischen Zentrums! Sie haben in dieser alten und engen Küche Wunder vollbracht. Jetzt jedoch können wir alle glücklich jubeln, denn wir haben eine brandneue Küche.

Leider mussten wir aufgrund der Corona-Epidemie alle Veranstaltungen absagen, bei denen Essen serviert wird. Es wird jedoch sicherlich eine Zeit nach Corona geben. Wir freuen uns darauf, den Komfort einer modernen Küche zu nutzen und zu genießen. Seien Sie also gespannt auf die Einladung zur offiziellen Eröffnung unserer neuen Küche, wahrscheinlich irgendwann im nächsten Jahr.

Wir träumen auch weiterhin von der Modernisierung des Pastorats. Dazu gibt es zwei weitere Phasen in diesem Projekt. Es soll zu einem interkulturellen Treffpunkt für Menschen afrikanischer und europäischer Herkunft werden. Die Räumlichkeiten sind derzeit jedoch nicht für derartige Aktivitäten geeignet und es werden bessere sanitäre Einrichtungen benötigt.

Wir freuen uns, Sie hoffentlich bald in unser modernisiertes Haus einladen zu können. Dafür freuen wir uns auf Ihre Unterstützung und Spenden.

Anbei unser Spendenkonto:

Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde    

Geldinstitut: Hamburger Sparkasse

IBAN: DE69 2005 0550 1230 1214 59     BIC: HASPDEHHXXX

Verwendungszweck: Umbau Afrikanisches Zentrum Borgfelde (und Adresse für die Spendenbescheinigung)

Die Spendeneinnahmen fließen direkt und zu 100% in das Umbauprojekt.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Peter Sorie Mansaray

Pastor und Leiter Afrikanisches Zentrum Borgfelde

Interview mit Peter Mansaray „Das Thema Rassismus muss alltäglicher werden“

Interview mit Peter Mansaray „Das Thema Rassismus muss alltäglicher werden“

Peter Mansaray ist seit neun Jahren Pastor und Seelsorger im Hamburger Stadtteil Borgfelde.

Nach der Ermordung von George Floyd ist das Thema Rassismus auch hierzulande wieder stärker in den Fokus gerückt. Dabei geht es nicht nur um spezielle Formen wie „racial profiling“ bei der Polizei, sondern um den strukturellen und institutionellen Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft. Yvonne Nadler sprach mit Peter Mansaray, Leiter des Afrikanischen Zentrums Borgfelde und Pastor der African Christian Church in Hamburg, über Rassismus allgemein und in der Kirche und was man dagegen tun könnte.

Yvonne Nadler: Das Thema Rassismus wird aktuell wieder stärker thematisiert. Welche Aspekte der Debatte halten Sie für wichtig? Was ist Ihnen aufgefallen?
Peter Mansaray: Mir ist es wichtig, dass Rassismus nicht verallgemeinert wird. Es geht jetzt um Rassismus gegen Schwarze*Menschen. Wir sollten diesen Rassismus in unserer Gesellschaft benennen. Wir sollten jetzt überlegen, welche Maßnahmen können wir entwickeln, um auf diesen Rassismus einzugehen.

Es ist auch wichtig, dass dieser Kampf kein Schwarzer Kampf wird. Wir brauchen mehr Verbündete auf beiden Seiten, die dieses Thema ansprechen.

Die Mehrheitsgesellschaft, die Weißen, haben die Instrumente, um Rassismus zu thematisieren und zu bekämpfen. Sie sind in der Pflicht, das zu tun. Der latente Alltagsrassismus muss durch strukturelle und institutionelle Art bekämpft werden.

„Mit den Schwarzen Menschen reden, nicht über sie“

Was heißt das konkret?
Menschen, die Rassismuserfahrungen machen, sind damit meist allein. Sie schlucken den Alltagsrassismus und merken, dass sie keine Chance haben, sich dagegen zu wehren. Es geht darum, Menschen, die diese Erfahrungen machen, ernst zu nehmen. Mit den Schwarzen Menschen reden, nicht über sie.

Sie sind Pastor der African Christian Church hier in Hamburg und Seelsorger im Afrikanischen Zentrum Borgfelde. Ermutigen Sie Menschen in der Gemeinde und in Ihrem Umfeld, aktiv anzusprechen, wenn ihnen Rassismus begegnet?
Ich mache einer Art Empowerment für meine Leute hier, dass sie nicht scheuen, das anzusprechen. Dass sie, wenn etwas passiert, hierherkommen können, um darüber zu sprechen. Ich ermutige sie aber auch, aufzupassen, wenn sie in einer Situation in der Minderzahl sind. Ich würde jetzt nicht an einem Bahnhof, an dem drei starke Männer stehen und mich beleidigen, sagen: ‚Ihr seid Rassisten!‘ Denn sie würden mich niederschlagen. Aber wenn ich in einem Gespräch in einer vertrauten Situation bin, in der sich jemand rassistisch äußert, dann reagiere ich sofort und sage: ‚Das geht nicht! Ich fühle mich verletzt in dem, was du gesagt hast.‘

Abwehr als Reaktion auf den Vorwurf von Rassismus

Wie wird darauf reagiert?
Die Menschen fühlen sich häufig erst einmal ertappt und reagieren überrascht, wenn das Wort Rassismus ins Spiel kommt. Es ist oft sogar eine Art Abwehr: ‚Nein, nein rassistisch bin ich nicht. Bei mir gibt es dieses Phänomen nicht’.

Es gibt aber auch andere Beispiele: Vor einiger Zeit kam ein deutscher Student zu mir, der mit mir darüber gesprochen hat, dass er ein Problem damit habe, dass seine Freundin eine Beziehung mit einem Schwarzen hatte. Er war nicht böse oder gewalttätig. Er wollte einfach Hilfe holen, sich mit dieser Thematik auseinandersetzen.

Und was halten Sie davon?
Ich habe ihn gelobt. Das war eines der schönsten Gespräche hier, das ich je gehabt habe. Ich hoffe, dass Viele, die solche Rassismen mit sich herumtragen, sich trauen, das zu äußern und fragen, ‚wie kann ich damit umgehen?’. Sonst bleibt Rassismus latent in der Gesellschaft bestehen.

„In der Kirche gibt es keinen offenen Rassismus“

Wo zeigt sich struktureller und institutioneller Rassismus in der Kirche?
In der Kirche gibt es keinen offenen Rassismus. Dass man anhand einer Hautfarbe sagt, du kommst nicht in die Kirche oder nicht in diese Position, das gibt es nicht. Aber es gibt auch in der Kirche Menschen, die dich anders anschauen, die dir nicht die Hand geben mögen. Der latente Rassismus muss als Thema in unserer Kirche angesprochen werden. Es muss zu unserem Alltag werden, dass wir das nicht einfach unter den Teppich kehren. Es ist unangenehm, ich weiß. Aber wir müssen Rassismus ansprechen: gerade als Kirche. Das ist unsere prophetische Aufgabe.

Und die Kirche hat ja schon einiges auf den Weg gebracht. Wir haben ja den interkulturellen Öffnungsprozess der Nordkirche. Es gibt einen Qualitätszirkel zum Thema  Rassismus und Gesellschaft in der Kirche. Das ist ein Zeichen, dass das Thema auch von der Leitungsebene bearbeitet wird. Es gibt noch mehr zu tun, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Interkulturelle Öffnung bedeutet Anderssein zu verkraften und Rassismus stärker zu thematisieren.

 

„Zum Antirassismus-Training kommen immer dieselben Leute“

Haben Sie das Gefühl, man hört Sie zu dem Thema in der Kirche an?
Ich werde als Person und in meiner Arbeit ernst genommen. Aber: Das Thema Rassismus muss alltäglicher werden. Ich wünsche mir mehr Veranstaltungen dazu.

Es ist ja so: Zum Antirassismus-Training kommen immer dieselben Leute. Das ist ein Zeichen, dass das Thema nicht ernst genommen wird. Kirchliche Gremien wirken manchmal wie ein ‚closed shop’ für Menschen, die anders sind.

Das hat auch Diakonieleiter Dirk Ahrens gesagt im Interview, dass sich die Vielfalt der Gesellschaft zu wenig in der Mitgliedschaft geschweige denn der Leitungsebenen von Kirche und Diakonie abbildet…
Ja, das ist so. Die Leitungsebene muss sich öffnen für das Neue, und auch die Kirchengemeinden müssen ermuntert werden, ihre Gremien zu öffnen. Die Kirchengemeinde in St. Georg ist da ein Vorbild, sie hat uns in den Kirchengemeinderat eingeladen. Nochmal: Der Schritt muss von der überlegenen Mehrheitsgesellschaft kommen. Das ist deren Pflicht. Wenn diese mich einlädt in Gremien, fühle ich mich wertgeschätzt. Wenn ein Mensch das Gefühl hat, er ist gewollt, kann er sein Potenzial voll ausschöpfen.

„Die Bekämpfung von Rassismus ist keine Alltagsfliege“

Was wünschen Sie sich?
Es muss eine Studie geben, in unserer Kirche, in der Mitglieder und Funktionäre nach ihrem Verständnis von Rassismus gefragt werden. Anhand der Auswertung sollten Maßnahmen entwickelt werden. Dafür braucht es eine Stelle. Ich spreche hier nicht von einem ad-hoc-Komitee, mit dem man auf die aktuellen Ereignisse reagiert und zeigt: Wir sind international. Nein. Die Bekämpfung von Rassismus ist keine Alltagsfliege, das wird lange dauern. Rassismus ist in unserer Kultur tief verwurzelt. Man stelle sich vor: Die Kirche hat ein Büro Antidiskriminierung und Antirassismus, und dieses Büro leitet eine afrikanische Frau, frisch aus der Uni, voll mit Power und Energie. Das würde der Gesellschaft die Augen öffnen und zeigen, dass Kirche das Thema ernst nimmt. Wenn ich entscheiden könnte, gäbe es diese Stelle ab sofort.

 

Benachteiligte Menschen an die Hand nehmen

Nichtsdestotrotz wäre ja die optimale Vorstellung, dass sie überall anklopfen können und hereingelassen werden… 
Ja, das wäre das Beste. Aber von allein passiert nichts. Wie man auf Deutsch sagt, die Leute müssen zu ihrem Glück gezwungen werden. Es muss Maßnahmen geben. Zum Beispiel solche, die gezielt die Pastorenschaft von Menschen mit dunkler Hautfarbe unterstützen. Das bedeutet, Jugendliche afrikanischer Herkunft in den Gemeinden anzusprechen, Theologie zu studieren, Stipendienprogramme für sie zu erarbeiten. Benachteiligte Menschen müssen an die Hand genommen werden. Sonst passiert überhaupt nichts. Die schaffen das nicht. Es muss gezeigt werden, ihr seid gewollt. Und wenn der Mensch merkt, er ist gewollt, dann kann er blühen wie eine Blume.

Und, wie Sie sagen, die Möglichkeit haben, Rassismus zu thematisieren und anzusprechen…
Richtig. Rassismus kann überall passieren, bei jedem. Jeder muss sich bewusst sein, ich bin nicht immun gegen Rassismus. Es gibt Stereotypen, die man hat, aber diesen Stereotypen und Vorurteilen muss man begegnen. Jeder Mensch, jeder von uns hat Vorurteile. Deswegen muss jeder bei sich selbst schauen.

„Davon ausgehen, dass Schwarze kein Deutsch sprechen können. Das ist Rassismus“

Haben Sie Beispiele für subtilen Alltagsrassismus?
In der U-Bahn zum Beispiel sitzen wir meistens allein da, für uns ist es fast Normalität. Es kommt auch häufig vor, dass Weiße Menschen Schwarze Menschen auf Englisch ansprechen, automatisch. Weil sie davon ausgehen, dass Schwarze kein Deutsch sprechen können. Das ist Rassismus.

Wie kann man diese Situationen verbessern?
Setzen Sie sich als Weiße Person daneben. Dann setzt über nonverbale Kommunikation bei anderen Weißen Menschen vielleicht ein Nachdenken ein darüber, warum sie sich nicht neben den Schwarzen Mann gesetzt haben. Und sprechen Sie alle Menschen erst einmal auf Deutsch an, besonders fremde Menschen, lächeln Sie sie an und fragen: ‚Wie geht es Ihnen heute?’. Die Menschen merken dann, dass jemand sie wahrnimmt und nett zu ihnen ist. Das hilft sehr.

Ich möchte noch etwas abschließend sagen: Ich möchte, dass meine Kinder Deutschland als Heimat ansehen. Sie kennen Afrika nur aus Urlauben. Es wäre schade, wenn sie eines Tages sagen, wir sind Afrikaner aus Sierra Leone. Dann ist etwas falsch an dieser Gesellschaft.

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*Schwarz und Weiß werden hier großgeschrieben, um zu verdeutlichen, dass es sich um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt, und keine reelle „Eigenschaft“, die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist. Mehr Infos in diesem Beitrag der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland sowie im Glossar für diskriminierungssensible Sprache von Amnesty International

Our International Gospel Service is back!

We would be happy if you could join us on 12.07.20 at 11 am for our service.

Due to Covid-19 restrictions we can only accommodate 53 people in the church and will allow attendees in on a first come first serve basis. Observance of social distancing rules as well as mask wearing is mandatory.

Wir würden uns freuen, wenn ihr am 12.07.20 um 11:00 Uhr mit uns den Gottesdienst feiern würdet.

Aufgrund der Covid-19 Massnahmen sind nur die ersten 53 Teilnehmer bei dem Gottesdienst gestattet. Die Regeln des Abstandhaltens und der Maskenpflicht gelten dabei.

 

 

Miteinander statt übereinander reden – Interreligiöser Dialog zwischen Kirche und Moschee Wir leben in einer sehr polarisierten Welt, in der Rassismus, Fundamentalismus und Kontroversen zunehmen. Überall auf der Welt gibt es sehr offensichtliche Beispiele für die Trennung von Menschen mit unterschiedlichem Kulturerbe, Glauben, Religion und sozialem Status. Auch wenn wir am 9. November den 30. Jahrestag des Mauerfalls feiern; Die Mauer zwischen Mexiko und den USA wird errichtet. Anstatt die Völker zu vereinen, sehen wir immer mehr Projekte, die darauf abzielen, die Menschen zu spalten. Dies ist eine sehr beängstigende Entwicklung in unserer heutigen Welt. Hier muss etwas unternommen werden! Wer sollte etwas dagegen unternehmen? Jedermann! Du und ich. Es gibt ein Sprichwort unter den Xhosa in Südafrika, das lautet: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Xhosa Sprichwort Das Bedürfnis nach mehr Begegnungen und Dialog zwischen Völkern unterschiedlichen Glaubens ist heute offensichtlicher denn je. Räume für Dialoge zwischen Völkern mit unterschiedlichem Kulturerbe und Religionen müssen und können geschaffen werden. Der interreligiöse Dialog ist eine Möglichkeit, die Akzeptanz und Toleranz für den Anderen zu erhöhen, sowie von- und miteinander zu lernen. Der interreligiöse Dialog ist ein notwendiges Instrument für ein wechselseitiges Zusammenleben zwischen Menschen mit unterschiedlichem Glaubenshintergrund. Er bietet den Beteiligten Raum, sich zum besseren Zusammenleben zu vernetzen. Es geht nicht darum, wer Recht hat oder nicht. Es geht nicht darum, den anderen zum Glauben zu bekehren, sondern darum, im Geist des gegenseitigen Verständnisses und der Wertschätzung für die andere Religion zu handeln. Basierend auf diesen Prinzipien des interreligiösen Dialogs haben unsere beiden Glaubensgemeinschaften, Der Muslimische Familienverein Masjid Rahma e.V. und die Afrikanische Christliche Kirche beschlossen, konkret und aktiv zu werden und eine Veranstaltung zu organisieren, die unsere zukünftigen Führungskräfte in einen interreligiösen Dialog für ein besseres Morgen in unserer Gemeinde in Hamburg Mitte und in der ganzen Welt miteinbezieht. Seit 2012 arbeiten beide Glaubensgemeinschaften in St. Georg im interreligiösen Dialog zusammen. In den folgenden Jahren haben wir drei interreligiöse Lernreisen unternommen, von denen zwei in Berlin und eine in Ghana – zusammen mit der Missionsakademie – durchgeführt wurden. Um unsere Zusammenarbeit weiter zu stärken, haben wir beschlossen, eine interreligiöse Reise nach Kroatien zu organisieren. Unter dem Motto: „Miteinander statt übereinander reden- Interreligiöser Dialog zwischen Kirche und Moschee“ unternahmen wir in den Herbstferien solch eine interreligiöse Reise. Insgesamt 28 Personen, 25 junge Erwachsene und 3 Betreuer nahmen von Sonntag, 13. Oktober, bis Samstag, 19. Oktober, an der Busreise teil. Ziel dieser Jugendreise war unter anderem: A) Ausbau des bereits bestehenden interreligiösen Dialogs zwischen Jugendlichen beider Glaubensgemeinschaften. B) Sich kennen- und schätzen zu lernen. C) Sich ihren individuellen Vorurteilen gegenüber der anderen Religion zu stellen. D) Verbesserung des christlich-muslimischen Dialogs. E) Förderung eines friedlichen Zusammenlebens der Jugendlichen und Verbreitung der erworbenen Kompetenzen bei der Rückkehr nach Hamburg. Während wir in Kroatien waren, hatten wir Zeit, miteinander zu interagieren und besuchten religiöse Orte wie die Kirche in Porec und die Moschee sowie das Islamische Zentrum in Rijeka. In der Kirche hatten wir eine sehr interessante Diskussion über die verschiedenen Konfessionen im Christentum und in der Moschee hörten wir Präsentationen von drei muslimischen Jugendlichen über den Islam und Frauen. Alle diese Gespräche fanden in einer sehr respektvollen und ruhigen Atmosphäre statt. Die Jugendlichen waren sehr daran interessiert, über die andere Religion zu lernen und es wurden viele Fragen gestellt. Wir hatten auch Zeit für Besichtigungen. Am letzten Tag unserer Reise besuchten wir die berühmte Höhle in Postojnska in Slowenien. Wir wurden von einem Führer auf eine Tour mitgenommen, der uns mit Begeisterung einige wichtige Fakten über die Höhle erzählte. Dort konnten wir die Wunder der Schöpfung Gottes erleben. Die lange Reise mit dem Bus nach Kroatien, die gemeinsame Zeit, unsere Seminare und Präsentationen und die freundliche Atmosphäre bescherten uns ein gemeinsames Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Freundschaften wurden geknüpft, Respekt und Toleranz unter den Jugendlichen gefördert und sie kehrten ermutigt zurück, aktive Mitglieder der Gesellschaft als Ganzes zu werden. Es war ein Meilenstein in unserer interreligiösen Zusammenarbeit, der uns entscheidend dabei helfen wird, Brücken zu bauen statt Mauern. All diese Erfahrungen wären ohne die finanzielle Unterstützung vieler Partner nicht möglich gewesen. Deshalb möchten wir unseren Sponsoren, zu denen Demokratie Leben in St. Georg, die Kirchengemeinde St. Georg und das Zentrum für Mission und Ökumene gehören, unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen. Ein großer Dank gilt auch den Kirchenleitern unserer beiden Glaubensgemeinschaften für das Vertrauen, das Ali Awudu und Ikimatou Saiboulaye von der Moschee und Wondibel Opoku, Delphine Takwi und mir, Peter Mansaray von der Kirche, entgegengebracht wurde. Pastor Peter Sorie Mansaray

Nacht der Kirchen 2019

Die Nacht der Kirchen 2019 war ein voller Erfolg. Danke an alle, die sie mit uns begangen und gefeiert haben. Wir konnten uns über 400 Besucher freuen, die mit uns gegessen, gebetet und gesungen haben. Eines der Highlights war der Auftritt der fantastische Auftritt der Hamburg Gospel Ambassadors unter der Leitung von Folarin Omishade.

The Night of the Churches was a great success. Thank you to everyone who celebrated it with us. We welcomed 400 visitors who ate, prayed and sang with us. One of the hightlights was the performance of the Hamburg Gospel Ambassadors under the direction of Folarin Omishade.

Und weil’s so schön war, hier der Link zum NDR Beitrag / Check out the link of the NDR featuring our choir:

Link

„Einander wertschätzend begegnen – Nachklang einer Sabbatzeit

„Einander wertschätzend begegnen“ – Sabbatzeit klingt nach „Trade your expectations for appreciation and your whole world changes in an instant”– zu deutsch: „Wenn Sie Ihre Erwartungen gegen Wertschätzung eintauschen, wird sich Ihre ganze Welt augenblicklich ändern” (T. Robbins). Im ersten Quartal dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit, eine „musikalische Sabbatzeit“ zu ma-chen. In diesen drei Monaten war ich insbesondere im Afrikanischen Zentrum Borgfelde zu Gast. Das war eine gesegnete Zeit. „Einander wertschätzend begegnen!“ Immer aufs Neue habe ich das von Pastor Peter Sorie Mansaray gehört. Er lebt das in und mit der Gemeinde, das beeindruckt mich. Und das nehme ich mit in meine Heimatgemeinde St. Johannis-Eppendorf – mit ihrer wunderbaren liturgischen Tradition rund um die Lutherische Messe. Die Umstellung war schon markant: Nur eine knappe halbe Stunde U-Bahn-Fahrt – und schon war ich in einer anderen Welt. Ein Stück Afrika, mitten in Hamburg! Andere bereisen die Welt in den drei Monaten Sabbatzeit. Ich blieb (klimafreundlich!) vor Ort – und kam doch in fremde Gefilde. Denn es ging auf eine geistliche Reise. Der afrikanische Gottesdienst, die Art des Umgangs, kulturelle Vorgaben unterscheiden sich sehr. Und dann ist doch wieder vieles ganz ähnlich. Wenn dann noch „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf Englisch und mit groovender Band gesungen wird, „A mighty fortress is our God“, dann bin ich mittendrin. Die afrikanischen Glaubensgeschwister sind mir oft sogar vertrauter als so mancher aus meinem Kulturkreis. Gerade die Verbundenheit mit meinem Amtskollegen und Bruder im Geiste Peter Mansaray war wohltuend. Wir wissen uns eins in Jesus Christus. Besonders schön ist, dass wir uns weiter treffen zu Austausch und Gebet. Ein wirklich nachhaltiges Geschenk! Meine Auszeit stand unter der inoffiziellen Überschrift: „Musikalische Reise nach New Orleans“. Dazu gehörten „Lesereisen“ zurück zu Bob Dylans frommen Jahren („Dylan. Gospel“), Abstecher in die Musik des schwarzen Bluessängers Rev. Gary Davis („Say no to the devil“), Erinnerungen an die Anfänge der christlichen Rockmusik mit Larry Norman („Why should the devil have all the good music?“) und mehr. Ich konnte mit Freunden Live-Konzerte besuchen, etwa Bernard Allison oder Big Daddy Wilson im Downtown Bluesclub. Bei den Hamburg Gospel Ambassadors habe ich selber einstimmen können. Voller Überzeugung singen hier ganz unterschiedliche Menschen, einige eher kirchenfern andere immer schon Gemeindeglieder. Unter der mitreißenden Leitung von Folarin Omishade wird der echte Gospel mit seinen afrikanischen Wurzeln begangen, begeisternd, kraftvoll und heilsam. Bei den Chorproben wird gebetet, es gibt frohe Feste, und es geht auf Chor-Reise. All das das schon seit zehn Jahren. Ein grandioser Höhepunkt war das fulminante Chor-Jubiläum! Die Erlöserkirche Borgfelde war bis auf den letzten Platz besetzt. Und der gesungene Glaube sprühte vor Freude. Was für ein Geschenk, für einzelne und für unsere Gesellschaft! Besonders angerührt hat mich der neuere Gospelsong „Our God is awesome“. Da kam mir Gottes tröstlicher Geist ganz nah und hat mich zu Tränen gerührt. Unser Gott ist wirklich großartig, tut Wunder, macht frei, ist heilig! Gottes Geist ist auch sonst zu spüren, wenn die schwarz-weiße „Zebra-Gemeinde“ zum Internati-onal Gospel Service zusammenkommt. Zwar werde ich als blasses Nordlicht nie genauso lostan-zen wie meine schwarzen Geschwister. Aber ich bin trotzdem liebend gern dabei. Auf die Hautfarbe kommt es nicht an. Nur darauf: wir sind eins in Jesus, eins im Gebet, eins in der Liebe Gottes. Die schiere Lautstärke der Lieder war manchmal etwas zu viel des Guten für mich. Trotzdem ist zu spüren, das ist echt. Und ich erfuhr, hier bin ich willkommen, wertgeschätzt eben. Was Rev. Prince Ossai Okeke und ich in einer englisch-deutschen Dialog-Predigt entfaltet haben, ist wahr: „Love never fails“ – „Deine Liebe bleibt“. In 1. Korinther 13 sagt Paulus sinngemäß: Emotionales Christsein vergeht, verkopftes Christentum genauso. Prophetische Rede ist wunderbar, Gott spricht in unser Leben. Auch kritisches Hinterfragen brauchen wir, an der Bibel geschultes Denken. Aber letztlich bleibt davon nichts, am Ende aller Zeit. Nur die Liebe Christi bleibt. Dankbar sehe ich auf meine Sabbatzeit zurück. Der Abstand zum gewohnten Alltag hat mir geholfen loszulassen. Im Vertrauen auf Gottes Wirken geht es in jeden neuen Tag.                                                       Pastor Martin Hoerschelmann
Pastoren Martin Hoerschelmann und Peter Mansaray